Sonntag , 21 Juli 2019

Facebook für Oma und Opa? – Tipps für Ältere in sozialen Netzwerken

Mit den Enkeln Kontakt halten, die alten Freunde von früher wiederfinden oder das nächste Treffen mit der Hobbygruppe planen – all dies geht heute einfach und schnell über die sozialen Netzwerke im Internet. Doch liest man über Facebook & Co. auch viel Bedrohliches – soll man nun mitmachen oder nicht?

Viele Bestager haben 2014 in Deutschland bereits Fakten geschaffen: fast zwei Millionen der insgesamt rund 28 Millionen Facebooknutzer in Deutschland sind 55 Jahre und Älter – mit steigender Tendenz. Doch worauf sollten Senioren bei der Nutzung der sozialen Netzwerke achten, um keine bösen Überraschungen zu erleben?

Entscheidend ist, was man selber eintippt
Möchte man Mitglied bei einem sozialen Netwerk wie Facebook werden, so muss man sich zunächst bei dem jeweiligen Dienstleister anmelden. Dabei werden Daten wie Namen und E-Mail-Adresse an Facebook & Co. übertragen, so dass man die Netzwerke dauerhaft nutzen kann und auch für andere Nutzer auffindbar wird. Hier gilt: bloß nicht alle Anmeldefelder ausfüllen! Bei Facebook reicht es beispielsweise, Vorname, Nachname und eine E-Mail-Adresse anzugeben, und schon kann man mitmachen. Dabei ist Facebook natürlich nicht das Einwohnermeldeamt – möchte beispielsweise eine ältere Frau das Netzwerk zur Suche nach alten Schulkameradinnen suchen, so kann die Angabe des Mädchennamens durchaus sinnvoller als die des Ehenamens sein. Scheu oder Angst, „Facebook zu belügen“, muss man dabei auf keinen Fall haben – schlimmstenfalls löscht Facebook einen Account mit falschen Angaben wieder, und das war’s dann auch.

Die Privatsphäre – alles eine Sache der Einstellung?
Die Anmeldung ist geschafft, nun möchte man den ersten eigenen Inhalt auf einem sozialen Netzwerk teilen. Dies kann ein neues Kochrezept, ein Foto des gelungenen Modellbauwerks oder auch einfach eine Frage wie „Wer kann einen guten Orthopäden in meiner Stadt empfehlen?“ sein. Wie im normalen Leben auch möchte man online natürlich auch nicht Alles Allen erzählen. Viele Netzwerke bieten gute Einstellungsmöglichkeiten an. So kann man beispielsweise die Kegelfreunde in eine andere Kontaktliste packen als die Arbeitskollegen. Wir empfehlen dazu: unterscheiden Sie nur zwischen „Freunden“ und „Jedermann“. Entscheiden Sie sich also beim Einstellen Ihres Haustierportraits nur dazwischen, ob jeder das Foto sehen können soll oder nur die eigenen Kontakte (Freunde). Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Einstellungsmöglichkeiten oft übermäßig komplex, unverständlich und vor allem unbeständig sind – was gestern also nur die Kegelfreunde sehen konnten, wird auf einmal ohne eigenes Zutun auch für die Arbeitskollegen sichtbar. Das muss nicht sein – was man dem Kegelfreund erzählen kann, dem Kollegen aber nicht, das gehört unter Umständen auch einfach gar nicht ins Internet.

Keine sensiblen Daten eingeben
Konto- und Kreditkartennummern, Bankverbindungen, Passnummern, Führerscheinnummern, Nummerschilder von Autos, auch nur Scans oder Fotos davon sollte man auf keinen Fall in einem sozialen Netzwerk preisgeben, auch nicht auf Nachfrage vermeintlich wohlgesonnenener Kontakte. Weniger riskant als oft gedacht sind Fotos von teuren Einrichtungsgegenständen oder Urlaubsankündigungen – wer kriminelle Absichten gegen eine bestimmte Person hegt, findet diese Infos auch ohne soziale Netze heraus. Vorsicht, wenn Sie Fotos von Personen online stellen wollen – die abgebildeten Personen müssen sowohl darüber informiert und auch damit einverstanden sein, dass man das gemeinsame Urlaubsfoto jetzt bei Facebook einstellen möchte. Bessert verzichten sollte man auf fremde Bilder mit Logos, Comics oder Prominenten – hat man das Foto nicht selbst gemacht oder bei einem Fotografen erworben, würde das Urheberrecht verletzt werden. Besser: Fotos von sich selbst und seinen Lieben nutzen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.