Sonntag , 21 Juli 2019

Gesundes Herz, gesundes Leben

Das wichtigste Organ des Menschen schlägt im Laufe eines Lebens rund zweieinhalb Milliarden mal. Für diese Höchstleistung braucht es eine gute Pflege – Stress schadet dem Herzen nur.

Das menschliche Herz leistet Beachtliches: Rund fünf Liter Blut pumpt es in jeder Minute durch den Körper und bringt so den lebenswichtigen Sauerstoff zu den Organen. Dabei passt es sich automatisch an die äußeren Umstände an: schlägt das Herz im Schlaf nur rund 45mal pro Minute, so kann es bei anspruchsvollem Sport die Frequenz ohne Probleme auf bis zu 180 Schlägen pro Minute erhöhen. Falls das nicht reicht, kann das Herz langfristig sogar an Größe zunehmen und so bei Ausdauersportarten ruhiger, intensiver und so langsamer pumpen.

Stress fordert das Herz
Jeder kennt das: in Situationen erhöhter psychischer Belastung wie Angst oder Aufregung beginnt das Herz schneller zu schlagen. Dies ist noch ein Relikt aus der Zeit des Urmenschen, als bei akuten Gefahren für Leib und Leben der Körper in Alarmstellung versetzt wurde und sich so die Kampf- und Fluchtbereitschaft erhöhte. Stresshormone aus den Nebennieren steigern Herzschlag und Blutdruck und aktiveren Zucker- und Fettreserven als Brennstoffe. Ist die Gefahr vorüber, werden die Stresshormone wieder abgebaut und die körperlichen Vorgänge auf Normalmaß zurückgefahren. Knackpunkt ist die Verknüpfung der körperlichen mit den psychischen Vorgängen – bleibt die psychische Belastung bestehen, so wird auch das Herz dauerhaft belastet und kommt nicht mehr zur Ruhe. Ein Urmensch wusste noch, wann der Säbelzahntiger wieder außer Reichweite war – die Sorgen moderner Menschen sind leider nicht mehr so greifbar. So bleibt heutzutage der Stresspegel erhalten und man kommt ohne bewusste Entspannung nicht mehr zur Ruhe.

Sport entspannt am meisten
Eine der effektivsten Entspannungsformen für das Herz ist Sport. Klingt widersprüchlich? Für das Herz ist es entscheidend, überschüssige Stresshormone abbauen zu können, und genau hier hilft die Bewegung. Die deutsche Herzstiftung empfiehlt dazu vor allem Ausdauersportarten wie Laufen, Fahrrad fahren, Schwimmen oder Wandern. Schon wenige Minuten Bewegung an der frischen Luft pro Tag helfen. Wer es etwas weniger bewegungsintensiv mag, kann bei klassischen Entspannungstechniken wie Meditation und autogenem Training Ruhe finden. Übungsarten wie Yoga und Tai-Chi kombinieren Konzentrations- und Entspannungstechniken mit bestimmten, langsam fließenden Bewegungsabläufen.
Alles, wobei man zur Ruhe kommt und die Zeit genießt, wie beispielsweise das bewusste Hören entspannender Musik, ist auch für das Herz eine Wohltat.

Bewegung auch bei Herzproblemen
Bei bereits bekannten Herzschwächen oder Erkrankungen ist vollständige Schonung heute nicht mehr empfohlen. Auch mit Herzrhythmusstörungen, einer künstlichen Herzklappe oder anderen koronaren Erkrankungen ist Sport mit ärztlicher Begleitung nicht nur erlaubt, sondern unbedingt sinnvoll. Ein individuell angepasster Trainingsplan und regelmäßige Kontrollen stellen sicher, dass das Herz den Sport bekommt, den es braucht. Übrigens: Rauchen, Alkohol, Koffein und Süßigkeiten sind keine sinnvollen Stressventile – wenn ein Genussmittel vorrangig zum Stressabbau und nicht für den Genuss genutzt wird, verfehlt es seinen Zweck.

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