Dienstag , 16 Juli 2019

Frisch und gepflegt die Abwehrkräfte der Haut stärken

Jeden Tag ist unsere Haut großen Belastungen ausgesetzt: Kälte und Wind draußen, trockene Heizungsluft drinnen, Milliarden fremder Keime an der Oberfläche, Wasser und Reinigungsmittel allerorts sowie Kosmetika setzen dem größten Organ des Menschen stetig zu. Gut, dass unsere Haut über ein eigenes und sehr effektives Immunsystem verfügt.

Das Schutzsystem der Haut besteht dabei aus mehreren Schichten. Ganz außen liegt die so genannte Hornschicht, die aus alten Hautzellen besteht. Der Körper erneuert die Barriere ständig: Hautzellen wandern vom Körperinneren an die Oberfläche, verhornen und ersetzen abgestorbene Zellen der Hornschicht. Unterhalb der Hornschicht wachsen die neuen Hautzellen heran. Dabei bilden sie wichtige Stoffe wie freie Fettsäuren, Cholesterin, Ceramide und Eiweiße, durch die die Haut zusammengehalten, geschmeidig und widerstandsfähig wird. Der gesamte Vorgang heißt „Lipidstoffwechsel“ und ist nach der alt-griechischen Bezeichnung für „wasserunlöslich“ benannt, da die Haut uns dank ihres eigenen Stoffwechsels zuverlässig gegen äußeres Wasser abschirmen kann.

Ausgeglichen und entspannt
Vorraussetzung für einen guten Hautstoffwechsel ist ein leicht saurer pH-Wert an der Hautoberfläche. Eine saure Umgebung hält die Hautflora, also die Gesamtheit aller auf der Hautoberfläche lebenden Mikroorganismen, für den Menschen in einem guten Gleichgewicht. Innerhalb einer funktionierenden Hautflora stellt der Körper genügend Substanzen gegen fremde Mikroorganismen her und verteidigt so den Körper gegen Angriffe von Bakterien, Viren und Pilzen. Erst wenn die äußere Schutzschicht überwunden wurde, wird das innere Immunsystem aktiv – so übernimmt die Haut einen großen Teil der täglichen Immunabwehr in Eigenregie und entlastet die körperinneren Organe.

Allergien als Überreaktion
Allergische Hautreaktionen wie Jucken, Rötung und Ausschlag sind hingegen Ausdruck eines überschießenden Hautabwehrsystems. Eigentlich harmlose Umwelteinflüsse können diese Reaktionen auslösen, vor allem moderne Duftstoffe in Kosmetika und Haushaltsartikeln gehören dazu. Wenn durch die überschießenden Abwehrreaktionen die Schutzschicht der Haut beeinträchtigt wird, so beginnt sie Feuchtigkeit zu verlieren und auszutrocknen. In eine spröde und rissige Hornschicht können sich Krankheitskeime und Allergieauslöser leicht einnisten.

Mit der richtigen Pflege vorbeugen
Um die natürlichen Funktionen der Haut zu unterstützen sowie allergischen Reaktionen vorzubeugen, kann regelmäßige Hautpflege helfen. Auf die eigene Haut angepasste Mittel halten den Lipidstoffwechsel im Gleichgewicht und bewirken ein gutes Gefühl bei der Anwendung: die Haut spannt nicht mehr so und ist wieder geschmeidiger. Bei einer Haut mit etwa gleich viel feuchten und trockenen Anteilen empfiehlt sich eine Pflege auf Basis einer leichten Öl-in-Wasser-Emulsion. Bei sehr trockener Haut sollte auf rückfettende Funktionen geachtet werden. Fechthaltefaktoren in den Pflegeprodukten wie beispielsweise Harnstoff, Glyzerin oder Milchsäure unterstützen trockene Haut bei der Wasserbindung, Panthenol beruhigt zusätzlich. Wichtig: ist bereits bekannt, dass die eigene Haut empfindlich ist, so sollte auf Emulgatoren sowie Duft- und Konservierungsstoffe in der Hautpflege verzichtet werden.

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